Jagdverband: Jäger schießen 2008 in Hessen so viel Wildschweine
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Alsfeld - Die hessischen Jäger haben 2008 die höchste Zahl an Wildschweinen erlegt, die jemals auf dem Gebiet dieses Bundeslandes geschossen wurden. „Eine Umfrage bei den Jagdbehörden der Landkreise hat ergeben, dass auf alle Fälle deutlich mehr als 74.000 Schwarzkittel zur Strecke gekommen sind“, sagte der Präsident des Landesjagdverbandes (LJV), Dietrich Möller, am Freitag in Alsfeld (Vogelsbergkreis). „Damit haben die 22.600 hessischen Grünröcke im Kampf gegen die Schweinepest ein deutliches Zeichen gesetzt“, betonte der Jägerchef zur Eröffnung der Messe „Jagen-Reiten-Fischen-Offroad“. Bisher war 2001 der höchste Schwarzwildabschuss mit rund 73.400 Borstentieren erzielt worden. „Im Rheingau-Taunus-Kreis stieg zum Beispiel die Strecke 2008 im Vergleich zu 2007 von zirka 3.420 um rund 3.150 auf nahezu 6.600 Wildschweine“, nannte Möller ein besonders signifikantes Ergebnis der Umfrage. Damit habe sich dort die Zahl der erlegten Schwarzkittel in einem Jahr fast verdoppelt. Gegenüber dem bisherigen Höchststand von 2001 wuchs die Strecke immer noch um 30 Prozent. In den meisten der rund 20 befragten hessischen Landkreise wurden laut Möller 2008 im Vergleich zum Vorjahr zirka 20 bis 80 Prozent mehr Wildschweine geschossen. Um die Schweinepest zu stoppen, muss nach Möllers Worten das Schwarzwild weiterhin verstärkt bejagt werden. „Die hessischen Jäger haben in diesem Winter trotz sibirischer Kälte auf den Hochsitzen ausgeharrt, um die hohe Schwarzwildpopulation zu reduzieren“, betonte Möller. Wenn die Wildschweindichte auf zwei Tiere je 100 Hektar sinkt, wird nach Auffassung von Experten die Infektionskette unterbrochen. Falls die Europäische Union (EU) eine großflächige Impfaktion gegen die Schweinepest anordnet, sicherte der LJV-Präsident dem hessischen Umweltministerium die Unterstützung der Jäger beim Verteilen der Impfköder im Wald zu. Die für Menschen ungefährliche Virusseuche, an der jedoch Haus- und Wildschweine massenweise qualvoll verenden, wurde vergangene Woche im Westerwald in der Nähe der hessischen Landesgrenze bei einem Schwarzkittel festgestellt. Außerdem gab es seit Januar in Nordrhein-Westfalen etwa 100 Kilometer vom Lahn-Dill-Gebiet entfernt rund 20 Schweinepestfälle bei Wildschweinen. Die Klimaerwärmung, ein wesentlich größeres Nahrungsangebot an Bucheckern und Eicheln im Wald sowie an Mais und Getreide im Feld und bessere Versteckmöglichkeiten durch Sturmwürfe und mehr Dickungen haben nach Angaben des Jagdverbandes den Schwarzwildbestand rapide anwachsen lassen. Auf der Messe „Jagen-Reiten-Fischen-Outdoor“, zu der bis Sonntag (8. März) im Messezentrum Hessenhalle Alsfeld etwa 12.000 Besucher erwartet werden, stellen die hessischen Verbände der Jäger, Reiter, Fischer und Falkner der Öffentlichkeit ihre Tätigkeitsfelder vor. Rund 200 Aussteller bieten in den Messehallen auf 8.000 Quadratmetern die Produkte und Dienstleistungen der vier Sparten an. |









